SS 2010
Theoriebildung – Vom Machen, Denken, Zeigen, Sein
Fachseminar Hauptstudium, Bereich Wissenschaft – Medienkultur
Donnerstag, 11–13 Uhr, Filzengraben 8–10, Raum 2.04
Wie weit darfst Du Dein Ich betreiben,
Absonderliches als verbindlich sehn?
Wie weit musst du im Genre bleiben?
Gottfried Benn
Sowohl in Künstlertheorien als auch in aktueller Wissenschaftstheorie werden die Zusammenhänge von Denken und Machen, Anschauungs-, Darstellungs- und Lebensform thematisiert. Künstler arbeiten auch begrifflich und benennen Forschungsziele, während die bildenden, materiellen und sozialen Dimensionen der wissenschaftlichen Wissensgenese zunehmend anerkannt werden.
Das Seminar bietet eine vergleichende Betrachtung des „knowledge in the making“ bei künstlerischer und wissenschaftlicher Theoriebildung. Beispiele dafür lassen sich in einem breiten thematischen Spektrum finden wie etwa bei Joseph Beuys (Theorie der Plastik), Ornette Coleman (Harmolodics), Buckminster Fuller (Synergetics), Paul Klee (Bildnerisches Denken), Gotthard Günter (Polykontexturalität, Kenogrammatik), George Spencer-Brown (Laws of Form), Paul Feyerabend (Anything goes), Ludwik Fleck (Denkstil), Raul Hausmann (Dadasoph), Ludwig Wittgenstein (Sprachspiele) und Niklas Luhmann (Systemtheorie).
Ziel ist es, eine Vielfalt von Denk- und Arbeitsstilen, Entwurfs- und Erkenntnisweisen, Wissens- und Darstellungstypen näher kennenzulernen. Erwartet wird die Bereitschaft, Prozesse und Repertoire der eigenen Theoriebildung zu beobachten und durch Übungen experimentell zu erweitern.
Link und Literaturliste demnächst hier.
Entwerfen
Basisseminar Grundstudium, Bereich Wissenschaft – Medienkultur
Mittwoch, 15–18 Uhr, Filzengraben 8–10, Raum 2.04
Zwischen Musenkuss und systematischer Durcharbeitung, genialen Einfällen und Kreativitätstechniken bewegen sich die vielfältigen Tätigkeiten und Zustände des Entwerfens. Vieles bleibt unscharf und unterliegt der Tendenz, ex post zu einem zielgerichteten Prozess trivialisiert zu werden, statt die spezifische Qualität einer „Strategie ohne Finalität“ (Derrida) zu akzeptieren.In historischer und systematischer Übersicht werden Konzepte und Haltungen, Methoden und Regeln, sowie die Medien, Instrumente und Werkzeuge des Entwurfs vorgestellt. So konturiert sich das Feld „Entwerfen“ als Kulturtechnik, das immer schon praktiziert, aber erst anfänglich untersucht wird.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Bestimmung des Verhältnisses von Wissen und Unwissen im Entwurf. Diskutiert und geübt werden soll ein mikrografischer Blick auf empirisch beobachtbare Entwurfsprozesse, der anschließend auf die eigene Praxis bezogen wird.
Link und Literaturliste demnächst hier.
Soapbox
Bereich Wissenschaft – Fachseminar
Filzengraben 8-10, Raum 2.04; Termine nach Vereinbarung
Offene Diskussion spontan entwickelter oder vorbereiteter Themen, Vorstellung, Diskussion und Betreuung von Projektarbeiten, Team- und Themenfindung, Privatissime oder in kleinen Gruppen.
Gesamtliste 1988–2011
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Intelligente Objekte
Illustration: Christoph Illigens
Peter Friedrich Stephan: Gestaltungsaufgaben für intelligente Objekte S. 63–75 pdf
Peter Friedrich Stephan, Klaus Kornwachs: Das Mensch-Ding Verhältnis S. 15–23 pdf
in: Otthein Herzog, Thomas Schildhauer (Hrsg.) 2009: Intelligente Objekte, Technische Gestaltung, Wirtschaftliche Verwertung – Gesellschaftliche Wirkung, Berlin: Springer, Reihe Deutsche Akademie der Technikwissenschaften – acatech diskutiert, pdf 158 Seiten
Intelligente Objekte – Klein, Vernetzt, sensitiv, Eine neue Technologie verändert die Gesellschaft und fordert zur Gestaltung heraus, Berlin: Springer, Reihe Deutsche Akademie der Technikwissenschaften – acatech bezieht Position Nr. 5, pdf 38 Seiten
Peter Friedrich Stephan: Knowledge Media Design – Konturen eines auftrebenden Forschungsfeldes pdf und Theoriebildung als Gestaltungsaufgabe pdf in:
Peter Friedrich Stephan:et al. (Hrsg.) 2005: Knowledge Media Design – Theorie, Methoden, Praxis, München: Oldenbourg (2. Auflage)
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